Bisam

Masochismus. Der M. ist die Verbindung passiv erduldeter Grausamkeit, Schmerzen, Demütigung und Erniedrigung mit Wollust, also das Gegenteil des Sadismus. Die Bezeichnung stammt von Krafft-Ebing, der sie nach dem Schriftsteller Sacher-Masoch bildete, dessen Romane die Darstellung dieser Perversität als Lieblingsgegenstand haben. Schrenck-Notzing hat den M. als »passive Algolagnie« bezeichnet, was ebenso wie beim Sadismus nicht ganz zutreffend ist, da sich der M. nicht im Erdulden von Schmerzen erschöpft, sondern bei ihm auch zahlreiche andere Demütigungen gesucht werden. - Nach Kronfeld werden unter dem Begriff des M. sehr ungleiche, oft komplizierte seelische und erotisch-sexuelle Eigenarten zusammengefaßt. Man bezeichnet ihn am besten als Wollust des Leidens und Erleidens. Kronfeld unterscheidet hier zwei Gruppen von Vorgängen, nämlich die, bei denen lustvolles Schwelgen in Leid, Ohnmacht, Demütigung und wehrlosem Unterworfensein sich nicht auf sexuell-erotischem Gebiet, sondern in den allgemeinen Lebensbeziehungen zu Schicksal und Mitmenschen äußert, auf der anderen Seite diejenigen, wo die Wollust des Erleidens, im geschlechtlichen Erleben zu Tage tritt. Auch die erste Gruppe hat man oft als Verwandlung sexueller masochistischer Triebe erklärt, kann aber auch als ihre Grundlage eine allgemeine masochistische Anlage annehmen und den sexuellen M. nur als einen Spezialfall von dieser ansehen. Jedenfalls gibt es wenig aktive, in ihrem Selbstgefühl unsichere, oft phantasievolle Menschen, bei denen ihr Gefühl der Schwäche und Unsicherheit nicht überwunden, sondern im Gegenteil lustvoll übersteigert wird. Daraus entstehen im Verhalten zur Umwelt eine ganze Reihe typischer Charaktereigenschaften, Demut und Selbstdemütigung, gewisse Arten asketischer Selbstkasteiung, Schwelgen in Schuld und Minderwertigkeitsgefühlen, willenloser Gehorsam und sklavische Ergebenheit oft gegen bessere Einsicht, kriecherische Unterwürfigkeit, die auch schlechte Behandlung hinnimmt. Dieses Verhalten hat zunächst nichts Sexuelles, kann sich aber auch auf erotischem Gebiet äußern, ohne allerdings zunächst sexuell zu sein. Hieher gehören wunschlose Sehnsucht und schwärmerische Verehrung aus der Ferne, der Wunsch, für die Geliebte zu leiden, und die nicht geschlechtliche Liebeshörigkeit in ihren verschiedenen Formen. Bekannte Beispiele der Geschichte sind die Minnesänger, Ritter Toggenburg und das Käthchen von Heilbronn. Von hier führen fließende Uebergänge zum eigentlichen Masochismus als sexuelle Triebanomalie. Das Liebesobjekt ist dementsprechend die stärkere Persönlichkeit, der Inbegriff von Kraft, Gewalt, Herrschaft und Rücksichtslosigkeit. Der Schmerz hat, wie erwähnt, im M. nicht die überragende Stellung, die manche ihm zumessen. Er ist nur das wirksamste Mittel, um die Demütigung und das Unterworfensein möglichst plastisch zum Ausdruck zu bringen. Die sexuellen Betätigungsformen des M. sind außerordentlich verschiedenartig. Je neurotischer und phantasievoller die Betreffenden sind, um so mehr übersteigert sich die ausdrucksmäßige Darstellung des masochistischen Verhältnisses zum Liebesobjekt. So erklären sich die zum Teil ganz phantastischen, unverständlichen und oft ins Greuliche gesteigerten sexuellen Handlungen, wie man sie gerade beim M. findet. - Entsprechend der Hauptrolle, die der physische Schmerz beim M. hat, ist die passive Geißelung (Flagellation) zum Zwecke der Geschlechtsbefriedigung bei Masochisten am häufigsten, wobei der Geißler selbst oft Sadist ist. Vielfach nehmen Masochisten die Geißelung, wie andere Quälereien und Mißhandlungen, auch selbst an sich vor (Automasochismus). Diese Fälle von Selbstgeißelungen zeigen sehr deutlich die Beziehungen des M. zur Religion. Die Kasteiungen, Geißelungen, ja Selbstentmannungen (s. d.), wie sie vielfach, besonders in der mittelalterlichen Askese, geübt wurden, die »Abtötung des Fleisches« in den Mönchs- und Nonnenklöstern, hatten häufig eine rein sexuell-masochistische Grundlage. Manchmal spielt übrigens bei der Selbstbeibringung von Schmerzen auch eine narzißtische Veranlagung eine Rolle (s. Narzißmus). Außer der Geißelung werden auch noch viele andere Methoden der Schmerzerzeugung geübt. In allen Großstädten gibt es eine ausgebreitete masochistische Prostitution, die in ihrer Aufmachung völlig auf die Gelüste der masochistischen Besucher eingestellt ist. Sie pflegt auch regelmäßig eine sehr lebhafte Reklame und Propaganda zu machen. Die Annoncen und Inserate verbergen sich gewöhnlich unter dem Decknamen einer »Masseuse« und »Erzieherin« oder »Gouvernante«; auch Beiworte, wie »streng«, »energisch«, »Wanda«, »Severin« (Personen in Sacher-Masochs Roman »Venus im Pelz«) sind sehr beliebt. Diese »Herrinnen« verfügen meist über ein außerordentlich reichhaltiges Instrumentarium aller möglichen schneidenden, schlagenden, stechenden oder brennenden Instrumente, um die bezüglich der Art und Methodik der Schmerzzufügung oft seltsamsten Wünsche der Masochisten zu befriedigen. Bei polizeilicher Beschlagnahmung derartiger Instrumente hat der Gerichtsarzt eventuell zu entscheiden, ob sie, was die Besitzerinnen dann behaupten, für eine ordnungsmäßige Massage geeignet sind. Die Besucher lassen sich bei diesen Frauen, die übrigens gewöhnlich nicht, wie man denken könnte. Sadistinnen, sondern Lesbierinnen sind, kratzen, beißen, zwicken, brennen, Haare ausreißen, treten oder mit Ruten usw. peitschen. Auch das Setzen auf besonders präparierte Nadelkissen kommt vor. Es sind Fälle bekannt, wo die Masochisten sich auch mit Nägeln den Hoden aufreißen oder ihn mit Packnadeln an einer Stoffunterlage festnähen ließen. Ein Lehramtskandidat, Automasochist, hatte die Sucht, sich mit kleinen Messerchen und Nadeln in die Brustwarzen zu stechen. So können sich Masochisten selbst die schwersten Verstümmelungen beibringen, zum Beispiel Drähte durch den Hoden ziehen, die Harnrohre ritzen oder die Bauchhaut kreuz und quer aufschlitzen. - Auch chemische und thermische Hautreize werden gesucht. Hirschfeld erwähnt einen Herrn, dessen ganzer Körper mit Narben bedeckt war, die von selbst beigebrachten Säureverätzungen herrührten und einen anderen, der nachts halb nackt bei grimmiger Kälte am liebsten in Mädchenkleidern in den Straßen herumirrte. - Das Fesseln, in Ketten legen und Anschnallen ist ebenfalls bei Masochisten sehr beliebt. Die darauf eingestellten Prostituierten haben für diese Zwecke oft besondere, aufs raffinierteste eingerichtete »Folterkammern« und »Hinrichtungszimmer«, in denen ihre Klienten ganze Hinrichtungs- und mittelalterliche Folterungsszenen an sich vollziehen lassen. Ein typisches Beispiel ist jener Hamburger Kaufmann, über den Ertel berichtet, der sich bei einer Prostituierten eine schwarz drapierte Folterkammer einrichten, an Flaschenzügen bis zum Eintritt der Erektion und Ejakulation emporziehen und in einem besonders konstruierten lehnstuhlartigen Gerüst anschnallen ließ, um sich so die Illusion eines Schafotts zu verschaffen. Auch Selbsterhängungen und Selbststrangulationen werden von Perversen aus masochistischen Motiven an sich vorgenommen, die dann eventuell durch Zufall zum Tode führen können. So ging es einem von Seitz beobachteten Jüngling, der mit einem breiten Ledergurt am Bettpfosten erhängt aufgefunden wurde. Seine Bekleidung, eine Perücke mit langen Wollhaaren auf dem Kopf, eine schwarze Maske vor dem Gesicht, an Kinn und Stirn befestigte Stücke eines roten Gummifußballs, ein um den Leib gelegtes altes Frauenkorsett, ein über die Geschlechtsteile gezogener Ledersack, eine Abschnürung des Penis mit einem Riemen (um das Abfließen des Samens zu verhindern?), Geißelungs- und Fesselungsspuren, im Zimmer aufgefundene Abbildungen mittelalterlicher Folterungsszenen und eine Kiste mit Folterinstrumenten bewiesen, daß der Mann Masochist war. Er drapierte sich offenbar als Henker aus und vollzog dann die Henkergeschäfte an sich selbst. - Sehr verbreitet bei Masochisten ist auch das »Sklavenverhältnis« (Servilismus), d. h. der »Herrin« willenlos als Sklave oder Diener ausgeliefert zu sein, als solcher die niedrigsten Verrichtungen und schmutzigsten Dienste zu leisten, geschlagen zu werden, Page zu spielen, als Hund oder Pferd mißhandelt zu werden. Es sind das die häufigsten masochistischen Phantasien, die dann oft bei darauf eingerichteten Prostituierten in die Tat umgesetzt werden. Besonders das Verhältnis der »Dame« zu ihrem »Pagen« ist sehr beliebt (sogenannter »Pagismus«). Die masochistische Literatur ist außerordentlich reich an derartigen Beispielen, die in den grundlegenden Werken über das Sexualleben gesammelt sind. Es hängt das damit zusammen, daß die Masochisten alle mehr oder weniger leidenschaftliche Briefschreiber, oft in poetischer Form, sind und zu einsamem Schwelgen in masochistischen Briefschreibereien (Sklaven- und Herrenbriefe) neigen. Berühmt geworden sind die Schilderungen, die Rousseau, der ebenfalls Masochist war, in seinen »Confessions« gibt. Die Phantasie der Masochisten kann ihre direkte Triebbetätigung ganz überwinden und in den Hintergrund drängen. Krafft- Ebing hat in diesem Sinne wie beim Sadismus (s. d.) den symbolischen und direkten M. voneinander getrennt. Doch läßt sich nach Kronfeld diese Trennung beim M. nicht so durchführen, da hier im ganzen Liebesverhalten und der Sexualbetätigung Ausdrucksform und Symbolik schon an sich alles beherrschen. Die Erniedrigung und Demütigung vor der »Herrin« kann zu den niedrigsten Dienstleistungen und scheußlichsten Verrichtungen bis zum Beschnüffeln und Belecken des Afters und der Genitalien (Picacismus), Sichbesudelnlassen oder selten bis zum Verschlingen der Exkremente und des Urins (Kopro- Urolagnie) führen. Auch das Ablecken der Schuhe, Küssen des Bodens, auf dem die »Herrin« stand, das Zusichnehmen ihres Speichels, Nachkauen der von ihr genossenen Speisen ist beobachtet. Die Betreffenden können bei der »Herrin« auch ganz das Benehmen eines Hundes annehmen, an Halsband und Kette mit einem Maulkorb unter dem Tisch liegen, sich mit Hundenamen rufen, Knochen vorwerfen und mit der Hundepeitsche bearbeiten lassen, bellen, beißen, wenn ein anderer das Zimmer betritt, oder als Pferd mit Sattel, Steigbügel und Zaum die als Reiterin bekleidete, mit Zügel, Reitpeitsche, Sporenstiefeln usw. bewaffnete Herrin von einem Zimmer in das andere tragen, eine sehr beliebte masochistische, auch schon mehrfach im Bilde festgehaltene Situation. Ein Hahn oder ein Kater kann ebenfalls imitiert werden. Sehr verbreitet ist auch, besonders bei infantilen Masochisten, die Rolle des »Schülers«, »Zöglings«, »Knaben« oder »unreifen Jungen« zu übernehmen, um von der »Gouvernante«, der »Mama« oder »Tante« dementsprechend streng behandelt, getadelt, gescholten oder geschlagen zu werden. Besonders beliebt ist die »strenge Erziehung« und das »Schule spielen«. Ein Staatsbeamter kam zu der »Gouvernante« mehrmals im Monat als Schuljunge mit kurzer Hose und Bluse bekleidet, unter dem Arm die Schulmappe mit Schiefertafel, Griffel, Schwamm usw. Bei der »Erzieherin« mußte er zuerst die Hände vorzeigen, ob sie auch sauber waren, dann unter Schelten und Ohrfeigen aus der Bibel buchstabieren und auf der Schiefertafel schreiben. Bei dieser Szene kam er unter starker sexueller Erregung zum Samenerguß. Auch die Ausführung häuslicher Arbeiten, wie ausfegen, Staub wischen, Betten machen, Kartoffel schälen. An- und Auskleiden oder Frisieren der »Dame« wird erstrebt. Ja, es kann sogar der Wunsch bestehen, ein toter Gegenstand, ein Schemel, Teppich, Sofa, eine Fußbank für die »Herrin« zu sein. - Das Liebesobjekt selbst wird in besonderer Weise von den Masochisten ausgewählt, um die Selbstdemütigung und Erniedrigung noch zu verstärken. Als »Herrinnen« werden meist ältere, energische, kräftige und robuste Frauen mit männlichem Einschlag gesucht, die schon in Kleidung und Auftreten sich als Gebieterinnen zeigen. Bevorzugt werden dabei bis an die Waden reichende Knöpf- oder Schnürstiefel, bis an die Ellenbogen gehende Glacéhandschuhe und vor allem der Pelz (s. Fetischismus). Mit diesen Kleidungsstücken suchen die Prostituierten auch auf der Straße die Masochisten anzulocken. Es werden auch von oft hochstehenden masochistischen Männern Beziehungen zu sozial und sittlich unter ihnen stehenden Weibern, Bauernfrauen oder niedrigsten Prostituierten angeknüpft. Nicht selten kommt es vor, daß solche Masochisten suchen, sich beim Beischlaf in gemeinster Weise beschimpfen zu lassen und vor allem geschlechtliche Handlungen ihrer »Herrin« mit anderen oft in niedrigster Situation unter dem Bett oder in einem Schrank kauernd mitzuerleben. Häufig ist auch der Gedanke, von der »Herrin« an andere Frauen zur geschlechtlichen Befriedigung ausgetauscht zu werden. So kann auch dem Triolismus (s. d.) eine masochistische Veranlagung zugrunde liegen, indem die »Herrin« jede Rücksicht fallen lassen und sich vor den Augen des Anbeters einem Dritten hingeben muß. Nach Kronfeld kann die Vorstellung des Liebesobjektes auch ganz verblassen, indem zum Beispiel die Selbstgeißelung, wie wir sahen, wollüstig wirkt, ohne mit der Vorstellung eines anderen übergeordneten Wesens verbunden zu sein. Schließlich kann sich auch die masochistische Neigung allein bei völligem Fehlen eines Partners darin auswirken, in das niedrigste Milieu unterzutauchen, gemeine Arbeiten zu verrichten, schlecht und schmutzig angezogen zu sein.-Der M. ist im allgemeinen bei Männern viel häufiger wie bei Frauen. Doch kann auch bei geschlechtlich sehr erregbaren Frauen eine »Geschlechtshörigkeit« mit ausgesprochen masochistischem Einschlag, ähnlich wie bei Männern, als krankhafte Wucherung spezifisch weiblicher Elemente, der Hingabe an den Mann und der Unterordnung unter ihn mit tiefsten Erniedrigungen, wobei sich das sklavisch untergebene Weib zur Duldung ekelhaftester Handlungen hergibt und höchste Befriedigung in ihnen findet, vorkommen. Masochistische Neigungen spielen auch häufig bei Frauen - ihr Prototyp ist die berüchtigte Messalina - eine Rolle, die, manchmal von vornehmster Abstammung, den unwiderstehlichen Zwang haben, sich auf der Straße oder in Bordellen zu prostituieren, mit Männern aus niedrigstem Stande, Arbeitern, Kutschern usw. dauernde geschlechtliche Beziehungen zu haben, ja, sich mit dem Straßengesindel geschlechtlich abzugeben. - Man findet den M. vor allem bei sensitiven empfindsamen weichlichen Psychopathen und neurotischen Individuen. Im übrigen Leben können aber diese Charaktereigenschaften bei derartigen Menschen völlig überkompensiert sein und nicht zum Durchbruch kommen. Hierdurch erklärt sich die merkwürdige Tatsache, daß gerade Juristen, Staatsbeamte usw. ein verhältnismäßig hohes Kontingent zur masochistischen Klientel stellen. Bloch meint, daß diese Leute, denen in ihrer Lebensstellung eine gewisse Machtbefugnis eingeräumt ist und den Beruf eine strenge Amtsmiene aufzwingt, gerade vielleicht die Betätigung vom konventionellen Druck und der Maske des Berufes empfinden. Jedenfalls wirken die Masochisten gewöhnlich nicht als effiminierte degenerierte Schwächlinge, sondern sind oft große stattliche energische Männer von imponierendem Aussehen, zum Teil echte Herrennaturen, die nur bei der »Herrin« zum Sklaven werden. Besonders Deutsche und Russen sollen zum M. neigen. Doch ist er auch in England und Frankreich sehr verbreitet. Zola schildert ihn in seinem Roman »Nana« ebenfalls. - Bei Männern ebenso häufig wie bei Frauen kommt noch eine besondere, in einer abnormen sexuellen Konstitution wurzelnde Disposition vor, aus der ebenfalls häufig masochistische Triebeinstellungen hervorgehen, der von Hirschfeld sogenannte Metatropismus. Es handelt sich nach Kronfeld um eine durch Anlage bedingte Umkehrung in der Aktivität sexueller und erotischer Einstellungen, die sich als männlicher (viriler) Einschlag bei Frauen, als femininer im Leben des Mannes ausdrückt, ohne aber zur Homosexualität zu führen. Beim Mann beschränkt sie sich auf ein Fehlen des normalen Aggressionstriebes, auf die Tendenz, im Liebesverkehr mehr den passiven Teil, die weibliche Rolle zu spielen, genommen zu werden, hingegeben und unterworfen zu sein, während bei Frauen die gegenteilige Neigung besteht. Derartige Männer haben mehr Vorliebe für körperlich überlegene ältere kraftvolle Frauen mit männlichem Einschlag. Eine derartige Konstitution spielt sicher bei manchen Fällen von M. eine Rolle. - Der M. kann häufig mit anderen sexuellen Perversionen verbunden sein, besonders dem Fetischismus (s. d.), wobei sich diese Kombination dann hauptsächlich an Schuhe (Rétifismus, s. d.) knüpft. Er findet sich auch bei Homosexuellen und vor allem Transvestiten. Seine soziale und kulturelle Bedeutung ist im allgemeinen nicht so groß wie die des Sadismus. Doch ist sie ebenfalls, wie die Wirkungen der Askese im Mittelalter und in der Neuzeit die Uebersteigerungen des sozialen Feminismus in Amerika zeigen, nicht gering zu bewerten. [S. auch Ergänzungsband.]

Waldemar Weimann: Eintrag "Masochismus" im "Bilder-Lexikon Sexualwissenschaft" (1930); Details siehe [Wei30a]


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