Bisam

25.08.1997

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  1. Sekteninfos sehen Verbindung SM und Satanismus
  2. Uschi Obermaier in Film mit SM-Handlung

Sekteninfos sehen Verbindung SM und Satanismus

Während des 3. Selbsthilfetags NRW in Detmold am 24. August 1997 konnten Mitglieder von SMart Rhein-Ruhr e.V. ein längeres Gespräch mit einer Vertreterin des Sekten-Infos Witten, Silvia Eilhardt, führen. Dabei wurde folgendes deutlich:

Nach Informationen der Sekten-Infos nehmen Dominas regelmäßig gegen "fünfstellige Beträge" an Schwarzen Messen teil. Diese Messen seien von Satanistengruppen organisiert, die einen destruktiven Einfluß auf ihre Opfer haben und bei denen eine Abhängigkeit der Mitglieder ein Ziel ist. Zu Schwarzen Messen heißt es in einer Informationsschrift des Sekte n- Infos:

    Häufige Praktik im Bereich des Satanismus ist die "Schwarze Messe". Die bewußte Umkehrung des christlichen Abendmahls besteht vor allem in der Benutzung von frischem Blut und dem Gebrauch eines Opfers. Bei der sogenannten /Sexualmagie/ gehören sexuelle - auch sadistische - Handlungen aller Art zum Ritual.

Ein öffentlicher Verfechter des Satanismus mit dem Namen "Dworjak" (Schreibweise unklar) soll mehrfach eine Verbindung zwischen satanistischen Ritualen und Dominas gezogen haben. Als Beispiel nannte sie eine Ausgabe der Sat.1 Talkshow "Vera am Mittag" Anfang 1996, wo Dworjak an einer Puppe die Praktiken vorgeführt habe, die eine Domina ausführen würde. Mehr Informationen zu Dominas, die an satanischen Messen teilnehmen, soll geben können:

    Thorsten Becker Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Hamburg e.V. Margaretenstraße 41 20357 Hamburg

    Tel: (040) 439 5118 (040) 432 2528 Fax: (040) 430 5348

Diese Gruppe gibt auch das Flugblatt "Okkulitismus, Magie, Satanismus" heraus, aus dem oben zitiert wurde.

Laut Eilhardt würde die Katholische Kirche jede Gruppe, die solche Praktiken ausführe, als "Perverse" sehen und nicht als Satanisten, was ihre Arbeit erschwere. Sie selbst trennte zwischen "Praktiken", die jeder ausführen könne, ohne gleich ein Satanist zu sein, und "Ritualen", die in den Bereich des Satanismus gehören würden. Sie zeigte große Verständnis für das Argument, daß die Massenmedien SM verzerrt darstellen würden, sie selbst habe sehr schlechte Erfahrungen mit der Presse machen müssen.

Eilhardt leitet seit 1994 ehrenamtlich das Sekten-Info Witten, daß mit der Unterstützung der SPD-Fraktion und der Stadt Witten eingerichtet wurde. Sie ist Verwaltungsangstellte der Stadt Witten.

    Sekten-Info Witten Herbeder Straße 43 58455 Witten Tel: 02302 / 2 50 60 Öffnungszeiten Montag und Donnerstag von 16.00 bis 18.00 Uhr.

KOMMENTAR

Als Datenschlag den Text zu "Sadomasochismus -- Was ist das?" zusammenstellte, gab es eine Diskussion darüber, ob der Satz behalten werden sollte, daß die Presse neuerdings eine Verbindung zwischen Satanisten und Sadomasochisten zu ziehen versuche. Nach dem Gespräch mit Eilhardt stellt sich fast mehr die Frage, ob der Teil nicht verstärkt werden muß.

Besonders erschreckend war die Selbstverständlichkeit, mit der eine Verbindung zwischen Sadomasochisten und Satanisten angenommen wurde, obwohl Eilhardt offensichtlich nicht engstirnig ist. Daß die Katholische Kirche selbst gegenüber Sektengegnern alle Satanisten als Sadomasochisten sieht, macht auch nicht gerade glücklich.


Uschi Obermaier in Film mit SM-Handlung

Die bekannteste Aussteigerin der 60er Jahre, Uschi Obermaier, spielt einem österreichischen Kinofilm über "Mord in Serie, um Sado-Maso und ähnliches". Laut dem Stern TV-Magazin, die Beilage zu Stern Nr. 35/1997 auf Seite 46 entsteht der Film "Blutrausch" mit der inzwischen 50jährigen in Zusammenarbeit mit dem ORF. Er soll September in Österreich starten, danach in Deutschland.



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