Bisam

01.11.2000

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  1. Powerotics findet zwei Hinweise auf Kinderpornographie
  2. SDZ-Rezension von Parise-Kurzgeschichten

Powerotics findet zwei Hinweise auf Kinderpornographie

Die BDSM-Site Powerotics www.powerotics.com/ hat nach eigenen Angaben zwei weitere Hinweise auf Kinderpornographie im Internet an die Behörden weitergeleitet. Wie die Site in ihrer BDSM Daily News am 19. Oktober 2000 berichtet, wurden beide Fälle von ihren Lesern entdeckt. Der Vorsitzende der Powerortics Foundation, Hans Meijer <powerotics — at — writeme.com>, erklärte am 31. Oktober 2000 auf Anfrage, bislang seien durch die Zusammenarbeit der Site mit den Behörden sieben Fälle echter Kinderpornographie aufgedeckt worden. Zwar werde Powererotics nicht über den Ausgang der Fälle informiert, per Zufall wisse er jedoch, dass in einem Fall ein österreichischer Neonazi und Kinderpornograph gefasst wurde und vier andere Fälle ebenfalls zu einem "erfolgreichen Abschluss" geführt worden seien.

Meijer zufolge arbeitet Powerotics seit zwei Jahren mit dem niederländischen meldpunt kinderporno zusammen, einer Freiwilligenorganisation, die inzwischen von der Mehrzahl der niederländischen Provider unterstützt wird. Ein System zur Anzeige von niederländischen Funden sei auf Funde im ganzen Internet ausgeweitet worden.

Powerotics geht nach Meijers Angaben nach einem über pe — at — powerotics.com eingegangenen Hinweis wie folgt vor:

- Der hinweisende Leser wird auf die juristische Situation hingewiesen. Wie Deutschland haben mehrere Länder inzwischen Gesetze, nach denen der bloße Besitz von Kinderpornographie strafbar ist. Dem Leser wird daher erklärt, wie er zu Schutz vor Klagen gegen ihn selbst seine Festplatte und Caches löschen kann. Der hinweisende Leser wird meist auch informiert, was genau als Kinderpornographie zählt und was nicht.

- Der Hinweis wird anonymisiert und wird damit ab diesem Zeitpunkt als Hinweis von Powerotics behandelt. Es wird überschlagsmäßig überprüft, ob es sich wirklich um einen Fall von Kinderpornographie handelt. Sehr oft sei das nicht der Fall, da zum Beispiel Angebote mit "Teens" nicht dazu zählten.

- Sollte sich der Hinweis bestätigen, wird der meldpunt kinderporno informiert. Diese wiederholen den Rechercheschritt und informieren anschließend die Polizei des entsprechenden Landes sowie die Anti-Kinderpornographie-Abteilung der niederländischen Polizei.

Daneben hat Powerotics Meijer zufolge mit den Behörden eine Diskussion über SM und Kinderpornographie begonnen. Weltweit gebe es bei Bildern von Kindern, die geschlagen würden, eine Gesetzeslücke: Zwar seien die Kinder auf solchen Bildern meist angezogen, aus dem Zusammenhang mit dem Schlagen heraus handle es sich jedoch ebenfalls um eine Form der Pornographie. Solche Bilder fänden sich manchmal auf gewissen Flagellations-Sites. Auch den Behörden sei bislang nicht klar, wie dagegen vorgegangen werden könne. Eine weitere Diskusseion drehe sich darum, dass die mehr oder weniger weltweit eingeführten Gesetze gegen den Besitz von Kinderpornographie Leute davon abschreckten, Fälle zu melden, da viele nicht wüssten, wie sie den Cache ihres Browsers löschen können.

KOMMENTAR

Für Deutschland gibt es über den Heise Verlag (www.heise.de) eine Meldestelle für Kinderpornographie.

    ERGAENZUNG [02. Nov 2000]

Die Initiative "Netz gegen Kinderporno" hat in einer gemeinsamen Erklärung zu Kinderpornographie im Netz Stellung bezogen und betreibt eine vorläufige neutrale Meldestelle, die Hinweise auf derartige Inhalte entgegennimmt: www.heise.de/ct/Netz_gegen_Kinderporno/

Meldestellen in Österreich:

Innenministerium/Kriminalpolizei: Meldestelle "Kinderpornografie im Internet" 62.200.2.68/web/bmiwebp.nsf/AllPages/KP000131000185

Hotline der ISPA, Internet Service Providers Austria, die völlig anonym Infos zu den Themen Kinderpornografie und Wiederbetätigung entgegennimmt: hotline.ispa.at/

Selbsthilfegruppen für Pädophile: www.ahs-online.de/fg-paedo/adressen_dt.html www.ahs-online.de/fg-paedo/adressen_int.html


SDZ-Rezension von Parise-Kurzgeschichten

In der "Süddeutschen Zeitung" (31. Okt / 01. Nov 2000) beginnt Martin Krumbholz seine Rezension einer Sammlung von erotischen Kurzgeschichten des Italieners Goffredo Parise mit dem Satz:

    Wenn eine brave Hausfrau ihrem Ehemann ein Korsett mit Steigbügeln anlegt, um in der Wohnung nach Herzenslust auf ihm herumreiten zu können ... dann ist offensichtlich Liebe im Spiel.

Im folgenden Text wird diese Geschichte nicht weiter angesprochen.

Parise, Goffredo " Die Frau im Sattel. Erotische Kurzgeschichten." Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 2000 94 Seiten, 22,80 Mark ISBN nicht angegeben.

"Süddeutsche Zeitung" Redaktion Leserbriefe Fax 089 / 2183-8530 Email: leserbriefe — at — sueddeutsche.de

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Erzeugt am: 17.01.2005

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