Bisam

26.03.2001

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    Jahresübersicht 2001 | Monatsübersicht März

  1. TERMIN SubMission 7 - 7.4.2001
  2. TERMIN future Trend zum Thema Bodymodifikation
  3. SM erneut Thema bei "Richterin Barbara Salesch"
  4. Flughafen Tegel laesst Minihandschellen nicht in Flugzeug
  5. SM bei TV-Richterin Barbara Salesch

TERMIN SubMission 7 - 7.4.2001

Am Samstag, den 07. April 2001 öffnet die "SubMission SM- und Fetischparty" zum siebten Mal ihre bizarren Pforten, um Euch eintreten zu lassen, in eine Welt aus Lust, Fantasie und Schmerz.

Einerseits könnt Ihr Euch den Klängen von Gothic, Dark Wave, EBM und House Music ganz und gar hingeben..., oder mal richtig abtanzen. An der Bar werden Euch dann unsere reizenden Bardamen (fast) jeden Wunsch von den Augen ablesen...

Die Cruising Area lädt Euch zum "Spielen", Träumen, Verzaubern und Verzaubert werden ein. Ihr könnt Eurer wilden Fantasie freien Lauf lassen und Euch an Pranger, Kreuz, Galgen, Sling, Bock und Massagebank verwöhnen und quälen (lassen). Ob mit Zuschauer oder "allein zu zweit" im Separee liegt in Eurer Hand - alles ist möglich.

Lack, Leder, Latex, erotic fantasy oder sündig schwarz sind erwünscht. Garderobe und Umkleidedemöglichkeiten sind selbstverständlich vorhanden.

Um 20.00 Uhr geht's los, wie immer open end, der Eintritt beträgt 30,-DM inklusive einem Glas Begrüßungssekt.

Ihr findet uns im Musiktheater "bad", im Keller Am Großen Garten 60 in 30167 Hannover-Herrenhausen.

Informationen unter www.submission-party.de oder 0177-8516836 Anfragen an info — at — submission-party.de


TERMIN future Trend zum Thema Bodymodifikation

In der heutigen Folge des RTL-Magazins "future Trend" wird unter anderem ein Beitrag unter dem Titel "Körperkult bis an die Schmerzgrenze - Bodymodifikation mit Piercing, Branding und 3D Tattos" ausgestrahlt:

RTL, 26.3.00 von 23:00 Uhr bis 24:00 Uhr


SM erneut Thema bei "Richterin Barbara Salesch"

Ihrem Ruf als Justizsendung für Sadomasochisten wurde die Reihe "Richterin Barbara Salesch" [swl20010315-0001] auch heute wieder gerecht. Während im Werbe-Vorspann noch verheißungsvoll von "Sado-Maso-Orgien" die Rede war, ging es in Wahrheit um eine Ärztin die wegen der "Verletzung von Privatgeheimnissen" (also Bruch ihrer beruflichen Schweigepflicht) angeklagt worden war.

Der Ärztin wird vorgeworfen, im Kampf um eine begehrte Luxuswohnung den Zuschlag nur erhalten zu haben, indem sie den Vermieter über einen Vorfall informiert habe, den sie in ihrer Tätigkeit als Ärztin erlebt hatte: Sie hatte von der Mitklägerin einen telefonischen Notruf erhalten, nachdem deren Mann bei SM-Spielen als Folge körperlicher Überanstrengung bzw. weil ihm "die Luft abgewürgt" wurde hyperventilierend zusammengebrochen war. Der Angeklagten gelingt es nicht, glaubhaft zu machen, dass sie nichts Entsprechendes habe verlauten lassen. Sie wird zu 20 Tagessätzen a 400,- DM Geldstrafe verurteilt.

Zur Darstellung von Sadomasochisten in der heutigen Sendung ist folgendes zu sagen:

- Das SM-Paar selbst wirkt jung, nicht unattraktiv, kann seine Position selbstbewusst und überzeugend vertreten und kommt vermutlich auch für den Durchschnitts-Zuschauer recht sympathisch rüber. Auffällig ist allerdings, dass auch dieses Paar in voller Lack- und Ledermontur im Gerichtssaal erscheint. Beide Partner tragen zudem ein Halsband mit angedeuteten Metallstacheln. Wenigstens ein wenig glaubhaft wird das Ganze dadurch gemacht, dass der männliche Partner sich als Einzelhandelskaufmann "auch in der Erotikbranche" präsentiert, der auch privat gerne mal seine von ihm vertriebene Kleidung zur Schau trage. Seine Frau stellt sich als "freischaffende Künstlerin" vor, gibt auf Nachfrage allerdings an, dass sie ein SM-Studio betreibe, jedoch "nur für Freunde und Bekannte". Letzeres wird von der Gegenseite durch Andeutungen in Zweifel gezogen, obwohl es mit dem Fall selbst wenig zu tun hat.

- Allerdings enthält diese Studiobetreiberin vom Sender die reichlich unmotivierte Unterzeile "Domina ohne Skrupel".

- Viele der Prozessbeteiligten äußern sich erkennbar sadophob. Die beklagte Ärztin sagt aus, die Klägerin habe ihr "in einer abartigen Lederkluft" die Tür geöffnet und spricht auch sonst eher im Tonfall der Verachtung von ihren Patienten. Ihr Verteidiger brilliert durch Einwürfe wie "Schweig still, Domina" und die Behauptung, seine Mandantin habe ihren anderen Mitmietern sogar eine gute Tat getan, indem sie diese "vor dem Milieu bewahrt" habe. Der Vermieter selbst, der als Zeuge aussagt, macht ebenfalls keinen Hehl daraus, dass eine Wohnungsvergabe an Sadomasochisten mit eigenem Studio für ihn undenkbar gewesen wäre. "Wir sind ein seriöses Haus."

Die Sendung verfügt mit www.richterin-barbara-salesch.de inzwischen über eine eigene Website.


Flughafen Tegel laesst Minihandschellen nicht in Flugzeug

Wie aus Kreisen von BDSM Berlin e.V. bekannt wurde, ist einem Vorstandsmitglied von BDSM Berlin e.V. der Zutritt in den Wartebereich eines Gates vom Flughafen Berlin Tegel verwehrt worden, da er "Daumenschellen" bei sich fuehrte. Der als "Daumenhandschellen" identifizierte 11cm lange Anhaenger aus Aluminium, besser bekannt als "Minihandschellen", musste gesondert eingecheckt werden, um in den Wartebereich bzw. spaeter auch ins Flugzeug zu gelangen. Vor dem innerdeutschen Flug wurde das Gepaeck und der zusaetzliche Umschlag des Reisenden nochmals vom Bundesgrenzschutz kontrolliert und versiegelt.

Das Sicherheitspersonal vom Flughafen Koeln/Bonn meinte einen Tag spaeter, dass der Anhaenger nicht die Sicherheit des Fluges beeintraechtigen koennte, und liess den Fluggast mit dem Anhaenger passieren.

KOMMENTAR

Es wurde bereits eine Mail mit der Bitte um Stellungnahme an die Pressestelle des Flughafen Berlin Tegel gesendet. Diese wurde bestaetigt, und an den Verkehrsbereich des Flughafens Tegel weitergeleitet. Die Stellungnahme folgt nach Erhalt.


SM bei TV-Richterin Barbara Salesch

Heute wurde der schon angesprochene Beitrag in Sat1 bei Barbara Salesch ausgestrahlt [swl20010326-0004]:

Eine Ärztin war bei einem Hyperventilationsnotfall als Notärztin in einem privatem SM-Studio im Einsatz. Später will sie eine Wohnung mieten und steht im direkter Konkurenz zu dem Ehepaar, welches sie während Ihres Einsatzes als Notärztin betreut hat. Hierbei bekommt zunächst das Ehepaar den Zuschlag für die Wohnung. Doch der Vermieter ändert seine Meinung (trotz bereits erfolgter Zusage) innerhalb von zwei Stunden nachdem er mit der Ärztin telefoniert hat, um ihr die Absage mitzuteilen.

Im Prozess spielt die Aussage des Vermieters die entscheidende Rolle: Er behauptet, die Ärztin habe nur etwas wie "mit denen werden sie noch ihre Freude bekommen" gesagt, mehr nicht. Auch die Ärztin macht eine solche Aussage, alles weitere bestreitet sie. Das Gericht nimmt es dem Zeugen aber nicht ab, dass er - wie er weiter aussagt - daraufhin einen entfernten Bekannten, den er nicht weiter nennen will, konsultiert und dieser ihm von dem SM-Studio und dem dortigen Notfalleinsatz erzählt hat. Somit wird die angeklagte Ärztin wegen Verletzung von Privatgeheimnissen zu 20 Tagessätzen a 400 DM verurteilt.

    KOMMENTAR

Das ganze sieht wieder einmal arg inszeniert aus: Das Ehepaar erscheintkomplett in Schwarz, sie zusätzlich weiss geschminkt und er in Lack/Latex.

Des weiteren fällt die seltsame Beschreibung von Hyperventilation durch die Ärztin auf, die Hyperventilation mit "schwer atmend" erklärte. Tat- sächlich sieht ein Hyperventilationspatient alles andere als schwer atmend aus, er atmet sehr schnell und hastig und hat einen Kohlendioxidmangel (genaueres siehe z.b. www.datenschlag.org/howto/atem/risiken.html#hyperventilation). Die zweite Ungereimtheit in Bezug auf die Notärztin war die Aussage des Patienten, er "war froh als die [Ärztin] wieder weg war". Es kommt eigentlich nur sehr selten vor, dass ein Patient (auch ein Hyperven- tilationspatient) nicht mit ins Krankenhaus genommen wird, es sei denn er verweigert die Mitfahrt, was hier aber nicht ausgesagt wurde.

Gespickt wurde der ganze Fall dann noch mit Aussagen, die stark an Aussagen für die Einschaltquote errinnern, wie z.b. der Rechtsanwalt der Angeklagten, die die Zeugin mit "Schweig, Still, Domina" anspricht, den Kommentaren des Wohnungvermieters "Nachbarschaft vor sowas schützen" oder des Rechtsanwaltes, der am Ende sogar soweit geht, zu behaupten, selbst wenn die Angeklagte ihre Schweigepflicht verletzt hätte, müsse man Ihr zu Gute halten, dass sie die Kinder und die ganze Nachbarschaft ja schliesslich vor etwas Schlimmeren ("Milieu") bewahrt habe.

Ich kann nicht mehr nachvollziehen, dass solche Fälle wirklich reale Fälle sein sollen. Ich denke hier wird bewusst das Thema SM als Quotenbringer von Sat1 eingesetzt.



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Erzeugt am: 17.01.2005

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