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Die Datenschlag-Chronik des Sadomasochismus
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Anfang der 80er Jahre
Die ersten Fälle der Immunschwächekrankheit AIDS treten in San Francisco, Los Angeles und New York auf.
(Hae92)

Anfang der 80er Jahre
Aus dem düsteren Depro-Punk entsteht unter Rückbesinnung auf das späte Mittelalter und das Zeitalter der Romantik die Gothic-Szene.
Goths und die entstehende nichtkommerzielle Hetero-SM-Subkultur in Deutschland beeinflussen sich gegenseitig in Kleidung sowie in Musik- und Filmgeschmack. Zahlreiche Gothic-Gruppen bauen SM-Elemente in ihre Werke ein.
(Kuhnle, Volkmar "Gothic Lexikon. The Cure, Bauhaus & Co: Das große Nachschlagewerk zur Gothic-Szene", Lexikon Imprint Verlag Berlin 1999, S. 12)

18. April 1980
Die lesbische Gemeinde in San Francisco hält eine öffentliche Debatte über den Sadomasochismus ab.
Dies ist die erste uns bekannte öffentliche Debatte zu diesem Thema.
(SAM87)

etwa 1980
In München entsteht eine SM-Gruppe, die sich etwa 1992 den Namen "FreieS/München" gibt.
2000 treffen sich bei Freie/SMünchen wöchentlich etwa 50 Personen.
(S/M-Depesche Juni 1993)
(S/M-Szene Intern, Februar 1995)

1980
Der deutsche Sexualwissenschaftler Eberhard Schorsch schreibt: "... mit Ausnahme der Homosexualität ist sexuelle Perversion verbunden mit totaler Vereinzelung. Eine Gruppenbildung, ein subkultureller Zusammenschluss ist z.B. für den Fetischisten, den Exhibitionisten, den Voyeur im Prinzip eine Unmöglichkeit."
(Sch80)

1980
Die dritte Ausgabe des APA-Diagnosehandbuchs (DSM-III) erscheint in einer grundlegend überarbeiteten Form, die erstmals zum großen Teil auf wissenschaftlichen Kriterien beruht. Für die Diagnose "Sexueller Masochismus" gibt unter anderem das Kriterium der freiwilligen Teilnahme an Sexualpraktiken, bei denen der Patient verletzt oder sein Leben bedroht wird. Beim bloßen Vorhandensein masochistischer Phantasien soll die Diagnose nicht gestellt werden.
Die dritte Ausgabe wird quasi in einem Putsch an der psychoanalytischen Fraktion vorbei veröffentlicht und erlangt erstmals internationale Bedeutung.
(APA80)
(Sho97, S. 302)
(Kap89, S. 1077)
(Noy97, S. 20)

1980
Der amerikanische Sexualwissenschaftler G.W. Levi Kamel stellt die Theorie auf, dass schwule Sadomasochisten ihre Neigung während einer sechsstufigen "Karriere" entwickeln. Der erste Schritt dabei sei dabei ein Gefühl der Enttäuschung in der nichtsadomasochistischen Subkultur.
(WK83, S. 20)

1980
Der Sexualwissenschaftler Eberhard Schorsch erläutert im Kapitel "Perversionen" des Sammelbandes "Sexualität konkret" die "gesellschaftlichen Ursachen eines sexuellen Modetrends", des Sadomasochismus.
Die Vorstellung von SM als Trend taucht hier zum ersten Mal in der deutschsprachigen Literatur auf. Sie hält sich bis ins 21. Jahrhundert.
(Sch80a)

1980
William Friedkins Film "Cruising" mit Al Pacino läuft in den USA an.
"Cruising" spielt in der Schwulenszene und wurde unter anderem in den Räumen des SM-Clubs "Mineshaft" gedreht. Als bekannt wird, dass das Drehbuch sexuell motivierte Serienmorde unter Schwulen als Bestandteil der schwulen und der SM-Subkultur darstellt, kommt es zu den heftigsten Konfrontationen zwischen Schwulenszene und Polizei seit Stonewall.
(Bro93, Nachdruck in Wei95, dort S. 202)

1980
Die US-Frauenrechtsgruppe National Organization for Women (NOW) veröffentlicht ihre Schrift "Delineation of Lesbian Rights" zu den Rechten der Lesben. Danach soll jeder Frau das Recht auf freie Gestaltung ihrer Sexualität zugesprochen werden, mit Ausnahme sadomasochistischer Praktiken. Sadomasochismus wird als Frage der Ausbeutung, nicht als sexuelle Spielart gesehen. Die NOW widersetzt sich energisch der Anerkennung des Sadomasochismus als sexuelle Minderheit.
Diese umfassende Ablehnung des SM wird von Frauenrechtsgruppen und Radikalfeministen auf der ganzen Welt gleichermaßen zum Dogma erhoben, unter anderem auch in Deutschland von der "Emma"-Gruppe um Alice Schwarzer.
(Schlagworte 9. Juli 1999)

1980
Im schwulen International Mr. Leather Contest in Chicago belegen Patrick Brooks (Australien), Joseph Lopresti (USA) und Val Martin (USA) die ersten drei Plätze.
(www.imrl.com)

Ende der 80er Jahre
In Hamburg erscheinen 5 Ausgaben der SM-Lesben-Zeitschrift "Leather News" (LN) mit Serviceteil, Geschichten und Kontaktanzeigen.
(Persönliche Mitteilung Matthias T.J. Grimme, Redaktion Schlagzeilen, März 2000)

1980 - Veröffentlichungen ohne eigenen Eintrag
Siehe 1980

Januar 1981
Schwule amerikanische Sadomasochisten um Brian O'Dell gründen in New York die Gruppe "Gay Male S/M Activists" (GMSMA). 1994 hat GMSMA etwa 500 Mitglieder
(Ste91a, S. 149)
(http://www.gmsma.org/newslink/from_the_president.html)

Oktober 1981
In Deutschland treffen sich SM-Lesben zu einem Versuch, Adressen-Verteiler als eine Form der Infrastruktur aufzubauen.
Erster bekannter Versuch, in Deutschland eine lesbische SM-Subkultur aufzubauen.
(WS+93)

1981
Die Schweizer SM-Zeitschrift Sadanas wird wegen Verbreitung pornographischen Materials angeklagt.
(S/M-Depesche Januar 1994)

1981
Samois bringt das erste SM-Handbuch für Lesben heraus, "Coming to Power".
Das erste bekannte Buch über den lesbischen Sadomasochismus. Der Aufwand der Veröffentlichung führt in der Folge zum Zerfall der Gruppe. Ein zweiter Teil kann erst 1996 unter anderer Redaktion erscheinen.
(Samois, "Coming to Power", FEHLT)

1981
Innerhalb der schwulen deutschen SM-Subkultur werden erstmals Lederseminare veranstaltet, die einen Weg aus der durch AIDS entstanden Krise weisen sollen.
AIDS führt in den folgenden Jahren direkt und indirekt zu einem starken Mitgliederschwund der schwulen SM-Gruppen in Deutschland.
(Angaben der MS Panther Köln unter home.t-online.de/home/essip-np/panther.htm)

1981
Im schwulen International Mr. Leather Contest in Chicago belegen Marty Kiker, Bill Shepherd und Boyd Turner (alle USA) die ersten drei Plätze.
(www.imrl.com)

1981 - Veröffentlichungen ohne eigenen Eintrag
Siehe 1981

April 1982
Radikalfeministinnen der sadophoben US-Gruppe "Women Against Violence Against Women" (WAVAW) erzwingen die Absage der feministischen Konferenz "Towards A Politics of Sexuality" am Barnard College, da ein Mitglied der lesbischen SM-Gruppe Samois teilgenommen hätte. WAVAW erklärt der Universitätsleitung, die Konferenz würde durch deren Teilnahme als Forum für Perverse, Kinderschänder und Snuff-Filmer missbraucht.
(Thompson, Bill "Assault on Reason" in "Skin Two" London, Nr. 16 1995, S. 89)

1982
Die Radikalfeministin R.R. Linden veröffentlicht in San Francisco "Against Sadomasochism: A Radical Feminist Analysis", eine Sammlung von radikalfeministischen Texten verschiedener Autoren gegen den Sadomasochismus.
Argumente aus diesem Band werden noch Jahrzehnte später als Material gegen den Sadomasochismus verwendet.
(Linden, Robin Ruth et al. "Against Sadomasochism: A Radical Feminist Analysis", Palo Alto 1982)
(WS+93)

1982
Das schwule Coming-Out-Handbuch "MännerLiebe" von Matthias Frings und Elmar Kraushaar enthält einen kurzen und liberalen Abschnitt zum Thema Sadomasochismus.
(Frings, E. und Kraushaar E. "MännerLiebe", Rowohlt Verlag 1982)

1982
Das Originalmanuskript der "120 Tage von Sodom" wird in Frankreich gestohlen und in der Folge für 300.000 französische Francs (etwa 100.000 DM) an einen Schweizer Sammler verkauft.
1998 entscheidet das Schweizer Bundesgericht gegen die Herausgabe der Schrift, da der Käufer - ein weltweit bekannter Sammler erotischer Werke - in gutem Glauben gehandelt habe.
(www.swisslawnet.ch)

1982
Der deutsche Sexualwissenschaftler Eberhard Schorsch postuliert einen Zusammenhang zwischen der Zunahme sadomasochistischer Darstellungen und der "zunehmenden Brutalisierung des gesellschaftlichen Lebens".
(Sch82a)

1982
Die amerikanischen Soziologen Thomas S. Weinberg und G.W. Levi Kamel veröffentlichen die erste Auflage ihrer Aufsatzsammlung "Sadomasochism - Studies in Dominance and Submission". Das Buch fasst die Wissenschaftsgeschichte zum Thema SM seit Krafft-Ebing zusammen und propagiert einen empirisch-soziologischen Forschungsansatz.
(Wei95)

1982
Im schwulen International Mr. Leather Contest in Chicago belegen Luke Daniel, Christian Winkel und John Frank Ponce (alle USA) die ersten drei Plätze.
(www.imrl.com)

1982 - Veröffentlichungen ohne eigenen Eintrag
Siehe 1982

30. März 1983
Guido Crepax' Comic "Justine" wird von der BPjS indiziert.
(SS95, S. 236)

Frühjahr 1983
Samois löst sich auf. Als Nachfolgeorganisation entstehen ein Jahr später die Outcasts, die erste SM-Frauengruppe in der Region um San Francisco, die sich auch gezielt an bi- und transsexuelle Frauen wendet.
Die Outcasts lösen sich 1997 auf. Bis dahin haben sie den größten Teil der Vorbehalte der Vanille-Lesben- und Heteragruppen in der Region überwunden und erhalten Zugang zu entsprechenden Ressourcen.
(Rubin, Gayle "From the Past: The Outcasts". Newsletter des Leather Archives & Museum, Nr. 4, April 1998)

1983
Unter dem Pseudonym A. N. Roquelaure veröffentlicht die US-Autorin Anne Rice den ersten Band ihrer "Sleeping Beauty"-Trilogie, eine sadomasochistische Umsetzung des Dornröschen-Märchens. Nach "The Claiming of Sleeping Beauty" erscheint 1984 "Beauty´s Punishment" und 1985 "Beauty´s Release".
Die deutschen Übersetzungen werden von der BPjS indiziert. Anne Rice wird später mit der Serie "Interview with a Vampire" zur internationalen Bestseller-Autorin.
(Roq83)

1983
Der Ausdruck "safe, sane and consensual S/M" taucht zum ersten Mal in einer Selbstbeschreibung der New Yorker "Gay Male S/M Activists" (GMSMA) auf.
Er wird in allen folgenden GMSMA-Broschüren und -Mitgliedsanträgen verwendet.
(Mitteilung David Stein am 1. Oktober 2000 auf der US-Mailingliste sm-act)

1983
John Bancroft schreibt in seinem Standardwerk "Human Sexuality and its Problems" über Fetischismus, Sadomasochismus, Transvestitismus und Transsexualität: "Die Verbreitung dieser Verhaltensweisen ist schwer oder unmöglich zu bestimmen, sicher sind sie aber nicht selten und die Mehrheit der Betroffenen verlangt medizinische Behandlung." Wenige Seiten weiter heisst es über die Sadomasochisten der Spengler-Studie: "90% der Gruppe nahm niemals medizinische Hilfe in Anspruch."
Der offensichtliche Widerspruch wird vom Autor nicht kommentiert.
(Ban85)

1983
Unter Just Jaeckin entsteht die erste Verfilmung von John Willies "Gwendoline". Die Produktionskosten betragen fünf Millionen Dollar (etwa zehn Millionen DM) und die Drehzeit in Frankreich und auf den Philippinen 13 Wochen.
Hauptdarstellerin ist Tawny Kitaen, Ehefrau des "Whitesnake"-Sängers David Coverdale. Die Handlung hat bis auf die Namen der Figuren nicht die geringste Verbindung zum Comic.
(Comic-Forum Nr. 24, August 1984, S. 64-66)
(Hosoda, Craig "The Bare Facts Video Guide", 2nd Edition Bare Facts San Francisco 1991)

1983
Robert van Ackeren dreht "Die flambierte Frau", in dem Gudrun Landgrebe eine Prostituierte spielt.
Der Film enthält SM-Szenen.
(www.film.de)

1983
In Hamburg entsteht die schwule SM-Gruppe GLSM.
(S/M-Depesche August 1992)

1983
In einer Umfrage des Erotik-Magazins "Playboy" geben fünf Prozent der Befragten an, Sex unter Einbeziehung von Schmerzen auszuüben.
(Farren, Mick "The black leather jacket" Abbeville Press New York 1985 S. 66)

1983
Die Wendung "Safe, Sane, and Consensual" (in etwa: "sicher, mit gesundem Menschenverstand, im gegenseitigen Einvernehmen") taucht erstmals in einem Bericht der GMSMA auf und setzt sich in den folgenden Jahren auch in Deutschland trotz philosophischer Einwände als Leitspruch des Sadomasochismus durch.
(QUELLE FEHLT)

1983
In London wird der SKIN TWO Club gegründet, aus dem das gleichnamige Fetisch/SM-Magazin hervorgeht.
("Skin Two" London, Nr. 16 1995, S. 13)

1983
Es gibt 13 schwule Lederclubs in Deutschland, die Mitglied im ECMC sind: MSC Berlin, MSC Hamburg, MC Nordlicht (Hamburg), MSC Hannover, LMD Düsseldorf, Rurals MC (Düsseldorf), MS Panther Köln, 1. Motorsportfreunde Kölns e.V., Black Angels Köln, MSC Rhein-Main Frankfurt, SLC Stuttgart, MSC Südwest (Freiburg), MLC München.

1983
Im schwulen International Mr. Leather Contest in Chicago belegen Coulter "Colt" Thomas, Lorn Hardcastle und Steven Roberts (alle USA) die ersten drei Plätze.
(www.imrl.com)

1983
In Berlin wird "Spaß & Macht" gegründet, die erste SM-Lesben-Gruppe in Deutschland.
Über den Werdegang dieser Gruppe ist weiter nichts bekannt.
Persönliche Mitteilung Pamela Rose, April 2003

1983 - Veröffentlichungen ohne eigenen Eintrag
Siehe 1983

Februar 1984
Die Psychiaterin und Frauenforscherin Paula J. Caplan argumentiert in dem Text "The Myth of Women's Masochism" gegen die psychoanalytische Lehre vom natürlichen weiblichen Masochismus.
Caplans Arbeit wird zu einem wichtigen Schritt im Kampf gegen die von den Freudianern verbreitete Vorstellung eines natürlichen weiblichen Masochismus.
(Cap84)

1. April 1984
In Deutschland fällt das staatliche Fernseh- und Rundfunkmonopol.
Die Privatsender machen Sadomasochismus zum ersten Mal zum Thema im deutschen Fernsehen. Zwar werden Sadomasochisten in den neuen Talkshows und Sex-Magazinen häufig als Freaks dargestellt - eine objektive oder informative Berichterstattung scheint weder möglich noch gewünscht - die Botschaft jedoch, dass man als Sadomasochist mit seinen Neigungen alles andere als allein ist, wird deutlich.
(dtv Lexikon München 1997)

25. Juni 1984
Foucault stirbt im Alter von 57 Jahren in Paris an AIDS.
(Mil93)

Juli 1984
In Frankfurt/Main wird die SM-Lesben-Gruppe "Secret Minds" gegründet.
Sie wird später in "Leid und Leidenschaft" umbenannt, organisiert eine Diskussionsveranstaltung auf dem Lesbenpfingsttreffen in Hamburg 1985 und löst sich bald danach auf.
Persönliche Mitteilung der Mit-Gründerin Pamela Rose, April 2003

August 1984
Jaeckins Film "Gwendoline" läuft in Deutschland an. Zahlreiche Medien berichten darüber.
Das Filmplakat mit den Hauptdarstellerinen Tawny Kitaen und Zabou in Ketten wird von der BPjS indiziert und damit zum begehrten Sammelobjekt unter Sadomasochisten. Das gleiche Foto ziert auch die Plattenhülle des Soundtracks, der am 28. Februar 1985 indiziert wurde.
(Comic-Forum Nr. 24, August 1984, S. 64-66)

August 1984
Die deutsche Zeitschrift "Comic-Forum" veröffentlicht einen Sonderband über Erotik im Comic mit einem Titelbild von und einem langen Bericht über John Willie. Abgedruckt sind die Anleitung zur Wickelfesselung und der komplette Gwendoline-Comic "The Escape Artiste" in deutscher Übersetzung.
Anlass ist der Kinostart von Just Jaeckins "Gwendoline"-Verfilmung. Das Heft ist bis Dezember völlig ausverkauft.
(Winkler, Gerd "John Willie. Der de Sade des Comic-strips" Comic-Forum Nr. 24, August 1984, S. 57-67)
(Comic-Forum Nr. 25/26 Dezember 1984, S. 7)

1984
Der schwule amerikanische Sadomasochist Geoff Mains veröffentlicht "Urban Aboriginals" (etwa: Eingeborene der Stadt).
Seine Beschreibung der schwulen SM-Subkultur als eine Rückkehr zu primitiven Ritualen fördert eine Hinwendung von Teilen der US-Subkultur zum Mystischen.
(Mai84)

1984
Der Arzt, Psychoanalytiker, Ethnologe und Künstler Fritz Morgenthaler veröffentlicht "Homosexualität, Heterosexualität, Perversion", eine Sammlung von Publikationen aus den Jahren 1961-1983.
Der selbst bisexuelle Morgenthaler setzt sich von der klassischen Psychoanalyse ab, indem er feststellt, dass es eine unneurotische Entwicklung zur Homosexualität geben kann. Perversionen seien getreu der freudianischen Neurosenlehre "Plomben" im Ich, mit deren Hilfe "Zerfall, psychische Inkohärenz, wirkliche, vielleicht unheilbare Krankheit" vermieden werde. Aufgabe der Psychoanalyse sei es allerdings nicht, den Perversen, Homo- oder Bisexuellen zu heilen. Morgenthalers Theorien über sexuelle Abweichungen gehören auch fünfzehn Jahre später noch zu den fortschrittlichsten der psychoanalytischen Schule.
(Mor84)

1984
In Berlin entsteht der "Offene Gesprächskreis Sadomasochismus", an dem zeitweise auch Charlotte von Mahlsdorf (mit DDR-Rentnervisum) teilnimmt. Ursprünglich offen für alle sexuellen Orientierungen, wird der Gesprächskreis später rein heterosexuell.
(Persönliche Mitteilung Mathias/Berlin, 1998)

1984
Die schwule "Gruppe Leder und S/M Hamburg" (GLSM Hamburg) entsteht.
(Schlagworte 30. Juni 1998)

1984
Das verbreitetste DDR-Aufklärungsbuch "Mann und Frau intim" von Siegfried Schnabl enthält ein ausführliches Kapitel über "Abweichungen des Geschlechtslebens". Sadismus wird in einem Atemzug mit Lustmord genannt, Sadisten seien oft weichlich, rührselig, empfindsam, sadistische Frauen häufig frigide. "Wenn einer gern quält und jemanden findet, der sich das mit keiner geringeren Wollust gefallen lässt, so ist das beinah eine gute Partnerwahl. Beinah! Denn wirkliches Glück erfährt das Paar auf dieser abwegigen Plattform um so weniger, je mehr es sich vom Wesen menschlicher Liebe entfernt."
(Schnabl, Siegfried "Mann und Frau intim. Fragen des gesunden und gestörten Geschlechtslebens", 16. Auflage, VEB Verlag Volk und Gesundheit Berlin 1984, S. 240ff.)

1984
Der US-Medizinphilosoph Frederick Suppe demonstriert, dass alle psychiatrischen Diagnosen der Gruppe der "Paraphilien" (Perversionen) durch andere, nicht-sexuelle Diagnosen ersetzt werden können. Er kommt zu dem Schluss, dass das Klassifikationsschema der Paraphilien im DSM lediglich eine Festschreibung gesellschaftlicher Werte darstellt, die ersatzlos gestrichen werden sollte.
(Sup84)

1984
Im schwulen International Mr. Leather Contest in Chicago belegen Ron Moore, Michael Merriott und Jake Banks (alle USA) die ersten drei Plätze.
(www.imrl.com)

1984 - Veröffentlichungen ohne eigenen Eintrag
Siehe 1984

Februar 1985
Die Dokumentation "Domina - Die Last der Lust" (BRD 1984, Regie: Klaus Tuschen) wird auf den Berliner Filmfestspielen erstaufgeführt. Der Film zeigt die schäbige Welt der Berliner Domina "Lady de Winter", 33. Die Interviewpassagen wirken unbeholfen und wenig aussagekräftig. Dies mag als Indiz für Sprachlosigkeit zum Thema Femdom gelten; Grund ist vermutlich die noch vorherrschende Tabuisierung. Die Musik stammt von der Wiener Band Fono Dor, ihr Song "Schlag mich, bitte bitte, schlag mich" erklingt im Film. Auf der Berlinale kommt es zum Eklat, weil Lady de Winter ihre Zustimmung zu einzelnen Passagen des Films zurückzieht und eine einstweilige Verfügung erwirkt. Sie fühlt sich nicht angemessen dargestellt, außerdem gäbe es Probleme mit der nachträglichen Zustimmung heimlich gefilmter Kunden. Auf insgesamt 14000 Bildern müssen Gesichter mit Balken verdeckt werden. In einer veränderten Fassung kommt der Film schließlich in die Kinos.
Angela Frank schreibt in der taz: "Sehenswert aber als schonungslose Studie sexueller Gelüste und Gewalttätigkeiten, die im Tabubereich existieren, exotisch scheinen und doch so alltäglich und verbreitet sind, daß mit dem Angebot von 'Domina- und Sklavia-Modellen' ganze BZ-Seiten zu füllen sind. Ein männliches Wort dient dem Film als Untertitel, 'Liebe ist eine gewalttätige Leidenschaft', von James Purdy. Von Liebe ist in diesem Film nicht die Rede".
("Krach bei Berlinale: Berliner heimlich beim Sex gefilmt", BILD, Ausgabe Berlin, 22. Februar 1985, Titelseite)
(BILD, Ausgabe Berlin, 1. Juni 1985)
(taz Berlin 19. Februar 1985)

31. Mai 1985
Nancy Fridays im Rowohlt Verlag erschienene Bücher "Die sexuellen Phantasien der Frauen" und "Die sexuellen Phantasien der Männer" werden von der BPjS indiziert.
"Die sexuellen Phantasien der Frauen" enthält diverse Schilderungen von Dominanz und Unterwerfung und war für viele Sadomasochistinnen eine ermunternde Lektüre, an der sie ablesen konnten, dass sie mit ihren Phantasien nicht alleine standen.
(SS95, S. 29, S. 248)

Dezember 1985
Das ganzseitige Titelbild der deutschen Illustrierten STERN zeigt eine Frau in Spitzencatsuit, die ihren Fuß auf einen nackten Mann auf allen Vieren setzt, Titeltext: "Wenn Männer um Strafe bitten: Die sonderbare Lust".
(Stern Dezember 1985)

1985
In Wien entsteht der schwule Lederclub "Leather & Motorbike Community Vienna" (LMC). 2000 hat der Verein etwa 95 Mitglieder.
(www.tiberius.at/lmc.htm)

1985
Im Rowohlt Verlag erscheint "Männer. Liebe. Ein Handbuch für Schwule und alle, die es werden wollen" von Matthias Frings und Elmar Kraushaar. Dort heißt es im Kapitel "Sex für alle": "Perversionen sind nur solange faszinierend, wie sie ungelebt bleiben. Werden sie praktiziert, enthüllen sie bald das erschreckende Gesicht der Normalität. Übrig bleibt ein gelangweiltes 'Na und?' - und die Suche nach weiteren Sensationen. Irgendwo liegt der Endpunkt, der Ultra-Sex, und ich komme nicht umhin, in ihm Selbstauslöschung oder Lusttod zu vermuten." Das Buch enthält aber auch ein eigenes Kapitel über Sadomasochismus, in dem das Thema auf fünf Seiten differenziert und freundlich behandelt wird.
Die beiden Kapitel scheinen nicht vom gleichen Autor zu stammen.
(Frings, Matthias / Kraushaar, Elmar: "Männer. Liebe.", Rowohlt, Hamburg 1985)

1985
Die Produzentin und Regisseurin Ulrike Zimmermann dokumentiert unter dem Titel "free fucking" die erotischen Spiele einer Sadomasochistin. Weil sie mit Zensoren schon schlechte Erfahrungen gemacht hat und mit männlichen Zuschauern, "die sich entweder einen ablachen oder einen runterholen", führt sie den Film lieber privat oder vor ausgesuchtem Publikum vor.
(Spiegel 44/1988, S. 254-273)

1985
Der tschechische, in den USA praktizierende Psychiater Stanislav Grof veröffentlicht "Beyond the Brain", das 1991 im Rowohlt Verlag unter dem Titel "Geburt, Tod und Transzendenz. Neue Dimensionen in der Psychologie" erscheint. Im Kapitel "Sexuelle Fehlfunktionen und Abweichungen" stellt Grof die Theorie auf, Sadomasochismus habe seine Wurzeln in der "dritten perinatalen Grundmatrix", also im Geburtsvorgang, der von körperlichen Schmerzen, Angst und Aggressionen geprägt sei.
(Gro85)
(Gro91)

1985
Die US-amerikanische SM-Band Sleep Chamber unter John Zewizz bringt ihr erstes Album "Submit to Desire" heraus. Die Gruppe hat eine SM-Live-Show, mit der sie meistens nur in SM-Clubs auftritt.
(Kuhnle, Volkmar "Gothic Lexikon. The Cure, Bauhaus & Co: Das große Nachschlagewerk zur Gothic-Szene", Lexikon Imprint Verlag Berlin 1999, S. 270)

1985
Der US-amerikanische Sexologe Norman Breslow dokumentiert als erster Wissenschaftler, dass es auch Frauen in der sadomasochistischen Subkultur gibt, die keine Dominas oder Prostituierte sind.
(BEL85)

1985
Im schwulen International Mr. Leather Contest in Chicago belegen Patrick Toner, Jr., Richard L. Jamieson und Richard J. Hennigh (alle USA) die ersten drei Plätze.
(www.imrl.com)

1985 - Veröffentlichungen ohne eigenen Eintrag
Siehe 1985

30. Januar 1986
"Verführung: Die grausame Frau" (BRD 1984, Regie: Elfi Mikesch / Monika Treut) läuft in einigen deutschen Großstadtkinos an. Der Film ist eine feministische Neuinterpretation des Sacher-Masoch-Romans "Venus im Pelz". Wanda, gespielt von Mechthild Grossmann, wird zur lesbischen, eigenständig, aus sich selbst heraus handelnden Figur. Die Premiere fand 1985 im Rahmen der Berliner Filmfestspiele statt, wo ein Fernsehmoderator die Hauptdarstellerin zur "schönsten Frau des Festivals" ernannte.
(Quelle fehlt)

Januar 1986
In Köln findet das "Frauenerotikwochenende Secret Minds" statt. Hinter diesem Titel verbirgt sich eine SM-Veranstaltung mit Performance, Disco, Darkroom und Podiumsdiskussion. Die Zeitgeist-Illustrierte "Wiener" berichtet darüber unter dem Titel "Tu mir weh Schwester"; auf dem Titelbild der betreffenden Ausgabe ist eine Frau in Stacheldraht-BH abgebildet.
Das Nachrichtenmagazin "Spiegel" hatte auf diese Veranstaltung hhingewiesen. Wahrscheinlich fand sie am 24.-26.1.1986 statt, da sich am 27.1. Sacher-Masochs Geburtstag zum 150. Mal jährte. Die Diskussion wurde dadurch geprägt, daß Alice Schwarzer, obwohl nicht aufs Podium geladen, sie an sich riss.
Persönliche Mitteilung Pamela Rose, April 2003

Februar 1986
Die Amerikaner Elwood Bennet und Scott Wilson gründen die Maryland Lambda Deaf Alliance (MLDA) für Taube, die sich 1991 in die Baltimore Leather Association of the Deaf (BLADeaf) umbenennt. Die Gruppe feiert 2000 ihr 14-jähriges Bestehen.
Erste bekannte SM-Gruppe für Behinderte.
(Schlagworte 16. Mai 2000)
(www.bladeaf.org)

15. April 1986
Jean Genet stirbt in Paris.
(Encyclopaedia Britannica)

9. Oktober 1986
In Österreich trifft sich zum ersten Mal die Libertine Wien und beginnt die Herausgabe der Zeitschrift "Unter Druck". Einer der Gründerväter der ersten bekannten SM-Gruppe in Österreich ist der auch durch seine TV-Talkshows bekannte Hermes Phettberg.
(www.libertine.at)
(Schlagzeilen 2/1989, S. 17-19)

Herbst 1986
In Köln erscheint die erste Ausgabe der lesbischen SM-Zeitschrift "Spaß und Macht".
Ähnliche Veröffentlichungen in den Niederlanden und den USA hatten die Herausgeberin bewogen, ein solches Magazin auch in Deutschland herauszubringen. Im Winter 1986/87, Mai 1987 und Juli 1988 erscheinen weitere Ausgaben, die in Frauenbuchläden nur unter dem Ladentisch verkauft werden. Zuletzt beträgt die Auflage 300 Stück, die in Deutschland, Österreich, Niederlande, UK und USA verbreitet werden, danach wird die Zeitschrift eingestellt, da sich nicht genug Autorinnen finden, um das Heft zu füllen.
(Persönliche Mitteilung Pam Rose, ehemalige Herausgeberin, 24. November 2002)
(taz 4. Juni 1987, S. 9)

1986
Eine Forschergruppe um Norman Breslow veröffentlicht eine vergleichende empirische Studie unter hetero-, bi- und homosexuellen männlichen Sadomasochisten. Bei ihrer Literaturrecherche können sie insgesamt nur fünf empirische Studien zum Thema SM finden.
(BEL86)

1986
Peter W. Czernich gibt eine deutsche Version des britischen Fetischmagazins "Skin Two" heraus.
Von dieser Zeitschrift erscheinen 7 Nummern, bis die Muttergesellschaft Czernich wegen finanzieller Schwierigkeiten die Lizenz entzieht. Nachfolger ist ab 1989 das Magazin "O". Die letzte Ausgabe von "Skin Two" erscheint in einer Auflage von 6000 Stück.
("Skin Two" London, Nr. 16 1995, S. 13)
("O" 2, Jahr fehlt, S. 3)

1986
Jean-Jacques Pauvert veröffentlicht in drei Teilen seine De-Sade-Biographie "Sade vivant". Eine gekürzte deutsche Version erscheint 1991 im Paul List Verlag als "Der göttliche Marquis".
1991 erhält Pauvert für die Biographie den Kulturpreis "Deux Magots".
(Pau86)
(Pau89)
(Pau90)
(Pau91)

1986
Tomi Ungerer veröffentlicht sein Buch "Schutzengel der Hölle" mit Interviews und Zeichnungen, die bei zweijähriger Beobachtung von Hamburger Dominas entstanden sind. 1995 erscheint eine Taschenbuch-Ausgabe.
In seinem Vorwort rückt Ungerer die Kunden von Dominas in die Nähe von Geisteskranken, die SM als Schutz vor der Wirklichkeit brauchen.
(Ung86)

1986
In den USA bildet sich die National Leather Association (NLA) als Dachverband der amerikanischen SM-Gruppen.
(Rubin, Gayle "From the Past: The Outcasts". Newsletter des Leather Archives & Museum, Nr. 4, April 1998)

1986
In den USA läuft der Film "9½ Wochen" nach dem Buch von Elizabeth McNeill an.
Auch wenn der größte Teil der SM-Szenen des Buchs nicht verfilmt wurde, finden die Spiele von Kim Basinger und Mickey Rourke großen Anklang. Es ist nicht auszuschließen, dass diesem Film die weite Verbreitung der Vorstellung zu verdanken ist, Sadomasochisten seien beziehungsunfähig, da ihre Praktiken regelmäßig zu einem unerträglichen Ausmaß eskalierten.
(QUELLE FEHLT)

1986
Nach einer Suchanzeige im Stadtmagazin "Szene Hamburg" trifft sich die Keimzelle des späteren S/M-Sündikats Hamburg.
(Persönliche Mitteilung Matthias T.J. Grimme, Redaktion Schlagzeilen, März 2000)

1986
Cleo Uebelmann dreht den lesbischen Bondage-Kunstfilm "Mano Destra".
(Ueb88)

1986
Im schwulen International Mr. Leather Contest in Chicago belegen Scott Tucker, Jim Ed Thompson und Peter Gallo (alle USA) die ersten drei Plätze.
(www.imrl.com)

1986 - Veröffentlichungen ohne eigenen Eintrag
Siehe 1986

März 1987
Der Anwalt der deutschen Zeitschrift "Tempo" versichert während einer Verhandlung der BPjS, Tempo werde künftig keine "Macho-, Sado-Maso und ähnliche" Kontaktanzeigen mehr annehmen.
"Tempo" wird 1996 eingestellt.
(taz 14. März 1987, S. 5)

Oktober 1987
In Wien erscheint die Nullnummer von "Lust und Laune", eine Vorversion zu "Unter Druck", herausgegeben von der Libertine und der Homosexuellen Initiative (HOSI)
(QUELLE FEHLT)

13. Dezember 1987
Der deutsche Flagellantenclub Forum 88 e.V. (www.rohrstock.de/eldorado/) wird gegründet. Januar 1988 erschien die erste Ausgabe des Vereinsmagazins "Forum-Aktuell", aus dem das RS-Magazin (www.rohrstock.de/magazin/) hervorgeht, das es seit der Ausgabe November/Dezember 1996 auch zu kaufen gibt.
Das Forum 88 distanziert sich ausdrücklich von sadomasochistischen Praktiken und geht von besonderen, angeborenen flagellantischen Neigungen aus. 1993 hat der Verein 300 Mitglieder.
(Schlagworte Ressourcenliste Version 00006a vom 02. März 2000)
(Persönliche Mitteilung Forum 88 e.V., März 2000)
(S/M-Depesche Juli 1993)

Dezember 1987
Zu einer von der feministischen Zeitschrift "Emma" initiierten Diskussionsveranstaltung zur Anti-Porno-Kampagne erscheinen über 1000 Zuhörer(innen), weitere 2000 müssen abgewiesen werden.
(Spiegel 1/1988, S. 122-131)

1987
Die deutsche Kabarettistin Lisa Fitz schreibt und performt den Titel "Die Frau in Leder". Textauszug: "Ich bin die Frau in Leder und ein bißchen streng; / tolerant is a jeder, ich seh alles eng! / Ich bin die Frau in Leder und nicht sehr zart, / zart sein kann a jeder, ich bin hart. / Mein Mann kriegt das zu spüren, / ich bin mit ihm sehr streng; / Tabus, die sonstwo gelten, / die sehn wir nicht eng. / Mein Gatte ist nur glücklich, wenn er folgen darf, / und Bestrafung, ungerechte, / macht ihn richtig scharf!"
(LP: Lisa Fitz "Ladyboss")

1987
Die erste bekannte heterosexuelle SM-Organisation Deutschlands, das S/M-Sündikat Hamburg, entsteht und wird zum Kristallisationskeim für die erwachende nichtkommerzielle Hetero-SM-Subkultur. Aus dem Sündikat gehen unter anderem die Zeitschrift "Schlagzeilen", der dazugehörige Charon-Verlag und die Arbeitsgemeinschaft SM & Öffentlichkeit (AG S/MÖFF) hervor. Bis Mitte der 90er Jahre wächst die Gruppe auf etwa 100 Mitglieder an, die Hälfte davon Frauen.
Das S/M-Sündikat verliert gegen Ende der neunziger Jahre wieder an Bedeutung, existiert aber weiterhin.
(S/M-Depesche August 1992)
(Schlagworte Ressourcenliste Version 00006a vom 02. März 2000)

1987
Der Sexologe Charles Moser und der Psychologe Eugene E. Levitt veröffentlichen eine empirische Studie über den Sadomasochismus.
(ML87)

1987
Nachdem die britische Polizei in den Besitz privater Videoaufnahmen gelangt, auf denen schwule Männer bei einvernehmlichen SM-Praktiken zu sehen sind, werden als Teil der drei Millionen Pfund (etwa neun Millionen DM) teueren Operation "Spanner" mehr als 100 Männer verhört und 42 schließlich wegen Körperverletzung vor Gericht gestellt.
Obwohl der Spanner-Fall mit einer Niederlage für die Sadomasochisten endet, erregt er internationales Aufsehen und setzt die britische Justiz wegen ihrer als unangemessenen Aktionen und Rechtsauslegung unter Druck. Der Spanner-Fall sorgt indirekt für eine stärkere Organisation und auch Politisierung der europäischen Subkulturen, die jedoch dabei weit hinter ihren US-Kollegen zurückbleiben.
(taz 15.3.1993, S. 20)
(Website: www.bme.freeq.com/people/spanner/)

1987
Die Feministin Alice Schwarzer legt im Rahmen ihrer Anti-Porno-Kampagne einen Entwurf für eine Verschärfung des deutschen Strafrechts und der Zensurmöglichkeiten in Bezug auf pornographische Darstellungen vor. Unter anderem sollen als Pornographie nicht mehr nur solche Darstellungen gelten, die "die Grenzen des sexuellen Anstandes" überschreiben, sondern auch "verharmlosende oder verherrlichende, deutlich erniedrigende sexuelle Darstellung von Frauen oder Mädchen in Bildern und/oder Worten".
CDU-Ministerin Rita Süßmuth lobt den Entwurf als "pfiffige Idee"; SPD-Frauenpolitikerin Renate Schmidt findet den Vorschlag "ungeheuer gut und notwendig", die Grünen denken darüber nach, den Entwurf zu übernehmen. Die Rechtsausschußangehörigen Herta Däubler-Gmelin und Hans de With sehen dagegen "keinen Grund für härtere straf- oder zivilrechtliche Gesetze"; auch die FDP kann lediglich "Lücken im Vollzug" der bestehenden Gesetze entdecken. Der Vorstoß bleibt folgenlos, wird 1998 noch einmal aufgenommen (siehe dort), hat aber auch im zweiten Anlauf keinen Erfolg.
(Spi87a)

1987
Im Rowohlt Verlag erscheint "Lust ... träumen ... erleben ... genießen", eine ungekürzte Zusammenfassung der schwedischen "Buchzeitschrift über Sexualität, Zusammenleben und Gesellschaft - Ottar" Nr. 1/1985, "Kvinnors Lust" ("Die Lust der Frauen"), Nr. 2/1985, "Mäns Lust" ("Die Lust der Männer") und Nr. 4/1985 "Vara hemliga Lustar" (Unsere geheimen Lüste). Bis 1999 werden etwa 45.000 Exemplare verkauft.
Der Abschnitt "Unsere geheimen Lüste" behandelt "Voyeurismus und Exhibitionismus, Fetischismus, Sadomasochismus, Transvestitismus, Transsexualität und andere sexuelle Ungewöhnlichkeiten". Die Ablehnung der Interviewerinnen ist trotz der bemüht liberalen Haltung deutlich zu spüren. Der Band enthält fünf Texte psychologischer und sexualwissenschaftlicher Theoretiker aus der üblichen realitätsfernen klinischen Perspektive.
(Ott87)

1987
Nach massivem Druck besonders durch Psychoanalytiker erscheint eine überarbeitete Version des APA-Handbuchs als DSM-III-R, die in vielen Punkten zu psychoanalytischen Inhalten zurückkehrt. Zusätzlich zum sexuellen Masochismus wird auf Drängen feministischer Psychiaterinnen die Kategorie "self-defeating personality disorder" eingeführt, um den Eindruck zu vermeiden, Frauen fühlten sich generell zu Situationen hingezogen, in denen sie zum Opfer werden und leiden (in der älteren psychoanalytischen Literatur wird der Begriff "Masochismus" meist in diesem Zusammenhang auf Frauen bezogen). Diese Kategorie wird jedoch nicht in die Folgeauflage DSM-IV übernommen. DSM-III-R wird in über 20 Sprachen übersetzt und zum weltweiten Standard in der Psychiatrie.
(APA87)
(Sho97, S. 302)
(Kap89, S. 1077)
(Noy97, S. 16ff.)

1987
In den USA findet die zweite "Living in Leather"-Konferenz der National Leather Association (NLA) statt.
(Bal93)

1987
Die deutsche BPjS indiziert Guido Crepax' Comicfassung von Sacher-Masochs "Venus im Pelz". Der Comic sei "offensichtlich sittlich schwer jugendgefährdend" und "sozialschädlich", weil "pornographische Geschehnisse mit einem Gewaltbezug" dargestellt werden. Es handle sich um "eine einzige Abfolge von detailliert bebilderten perversen Sexualobsessionen."
(Spiegel special 10/1997, S. 37)

1987
Die Münchner Staatsanwaltschaft lässt beim Verlag Matthes & Seitz alle Exemplare einer Neuauflage des Romans "Die elftausend Ruten" von Guillaume Apollinaire beschlagnahmen. Der 1906 zum ersten Mal erschienene Roman enthalte - so der "durch einen anonymen Hinweis genährte Verdacht" -gewaltpornographische Szenen und verstoße damit gegen § 184(3) des deutschen StGB. Der Staatsanwalt, August Stern, stellt einen Antrag auf bundesweite Beschlagnahme.
Zur bundesweiten Beschlagnahme scheint es laut Gesamtverzeichnis der BPjS nicht gekommen zu sein. Der Roman ist seither - vermutlich mehr als nur einmal - nachgedruckt worden und derzeit (Stand 2002) frei im Buchhandel erhältlich, obwohl sich an der Indizierung nichts geändert hat.
(Spi87)

1987
Beim "March on Washington for Lesbian and Gay Rights" der amerikanischen homosexuellen Subkultur marschieren über 1.000 Sadomasochisten mit.
(Society of Janus: 25 Years. Unter www.soj.org)

1987
Im schwulen International Mr. Leather Contest in Chicago belegen Tom Karasch aus Hamburg, Michael Rousse (USA) und Ken Gordon (USA) die ersten drei Plätze.
Zum ersten Mal wird ein deutscher Teilnehmer zum International Mr. Leather gewählt.
(www.imrl.com)

1987 - Veröffentlichungen ohne eigenen Eintrag
Siehe 1987

Januar 1988
Das deutsche Nachrichtenmagazin SPIEGEL gibt den Anklagen der Anti-Porno-Kampagne teilweise recht. Man könnte zwar einwenden, heißt es dort, es gebe ja "auch die Knaben als Sexualobjekte der homosexuellen und sadistischen Pornographie", und Masochismus sei "die (männliche) Selbsterniedrigung zum gequälten Objekt schlechthin". Es handle sich aber beim Masochismus lediglich um eine "Inszenierung des männlichen Willens", "selbst bei der passivsten männlichen Sexualerfahrung bleibt die Frau Instrument".
Dass die Frau am aktiven oder gar am passiven Part sadomasochistischer Inszenierungen oder deren pornographischer Darstellung selbst Vergnügen empfinden könnte, wird in dieser Argumentation unterschlagen.
(Spiegel 1/1988, S. 122-131)

Februar 1988
In einem Interview des deutschen TV-Senders ARD stellt die Feministin Alice Schwarzer ihre Position vor, dass es keine Frauen mit sadomasochistischen Neigungen gibt.
Diese auch von ihrer Zeitschrift "Emma" übernommene Haltung entfremdet viele Sadomasochistinnen von Schwarzer.
(Gei90)

Juli 1988
Der deutsche Privatsender Tele5 kündigt eine "Sexy-Night" an, in der unter anderem Teil zwei einer Verfilmung der "Geschichte der O" gezeigt werden soll. Erst am Abend der Ausstrahlung werden die Verantwortlichen darauf aufmerksam, dass diese Verfilmung auf dem Index der BPjS steht und müssen kurzfristig einen Ersatzfilm ins Programm nehmen.
(Spiegel 33/1988, S. 170-171)

November 1988
Die SM-Zeitschrift Schlagzeilen erscheint zum ersten Mal, zunächst noch mit dem Untertitel "Zentralorgan des S/M-Sündikats Hamburg". Vorher hatte es bereits eine Nullnummer mit dem Titel "SM-Blättle" gegeben. Umfang der ersten Ausgabe sind 27 Seiten, fotokopiert und klebegebunden. Es gehen 35 schriftliche Bestellungen ein, dazu kommen etwa 20 Handverkäufe zum Preis von fünf DM. Man hofft darauf, 300 Stück zu verkaufen, geplant waren drei bis fünf Ausgaben.
Im Jahr 2000 erscheinen die Schlagzeilen im Charon-Verlag in einer Auflage von fast 10.000 Stück und zum Preis von 25 DM.
(Schlagzeilen 44, Januar/Februar 1999)
(Persönliche Mitteilung Matthias T.J. Grimme, Redaktion Schlagzeilen, März 2000)

14. Dezember 1988
Der §151 StGB der DDR wird komplett gestrichen; der §149, in dem das Schutzalter für homosexuelle Kontakte auf 18 Jahre (heterosexuelle Kontakte: 16) festgelegt ist, wird neutral formuliert. Damit sind homo- und heterosexuelle Kontakte in der DDR strafrechtlich gleichgestellt
Homosexualität unter Erwachsenen war in der DDR - im Unterschied zur BRD - bereits seit den 50er Jahren nicht mehr strafrechtlich verfolgt worden, obwohl der §175 in der Fassung von vor 1935 noch bis 1968 im StGB stand.
(hamburg.gay-web.de/chronik/brd2.shtml)
(Persönliche Mitteilung Christina Schenk, Mai 2003)

1988
Im Internet entsteht mit der Newsgroup alt.sex.bondage (a.s.b.) zum ersten Mal ein internationales Forum für offene Diskussionen unter Sadomasochisten. Die Gruppe entsteht eigentlich aus einem Witz heraus: der Vorschlag, sie einzurichten, sollte andere Usenet-Teilnehmer zu Flamewars anstacheln. Dazu kommt es nicht; stattdessen wird die Gruppe rege angenommen.
Ein großer Teil der heutigen deutschsprachigen Angebote im Internet hat seinen Ursprung in der einen oder anderen Form in a.s.b. Diese Newsgroup hat die Subkultur der 90er Jahre letzten Endes wahrscheinlich stärker beeinflusst als alle SM-Aktivitäten außerhalb des Internets.
(QUELLE FEHLT)

1988
Die deutsche Band "Die Ärzte" veröffentlicht das Album "Das ist nicht die ganze Wahrheit". Darauf befindet sich der Song "Bitte bitte" (...laß mich dein Sklave sein). Der Song wird als Single ausgekoppelt. Im dazugehörigen Videoclip tritt Pornodarstellerin Teresa Orlowski als dominante Firmenchefin mit Peitsche auf.
(Quelle fehlt)

1988
Tony DeBlase gründet die Zeitschrift "The SandMutopian Guardian - a Journal of BDSM Realities" als hetero- und frauenfreundlichere Alternative zu seinem DungeonMaster Magazin. The SandMutopian Guardian erscheint etwa dreimal jährlich.
(Schlagworte 4. August 1998)

1988
Cléo Uebelmann veröffentlicht in dem Fotoband "The Dominas" Bilder aus ihren Film "Mano Destra" und der Fotoserie "Museum of Modern Art".
(Ueb88)

1988
Die Alternative Liste Berlin geht wegen "Verbreitung von Gewaltpornographie in Berlin" gegen Sexläden vor und fordert Zensur und Verbote. Auf den Filmfestspielen 1988 wird gegen einen "sexistischen" Beitrag agitiert, so dass der Film abgebrochen werden muss. Eine Informationsvorführung des "Eiszeit"-Kinos wird gestoppt; in den "Sputnik"-Kinos finden ähnliche Aktionen mit Verwüstungen statt. Pornoläden werden durchsucht und viel Material, einschließlich schwulen SM-Heften und erotischer Belletristik, beschlagnahmt; es gibt Prozesse und Bußgelder. Die AL ignoriert eine Einladung zum Gespräch mit SMlern, nimmt dann aber doch an einer Diskussion teil, die im Vorfeld der Berliner Wahlen öffentlich im alternativen Sender "Eldoradio" übertragen wird.
(Schlagzeilen 2/1989, S. 8-10)

1988
Im schwulen International Mr. Leather Contest in Chicago belegen Michael Pereyra, Peter Morrison und Brian Dawson (alle USA) die ersten drei Plätze.
(www.imrl.com)

1988 - Veröffentlichungen ohne eigenen Eintrag
Siehe 1988

Mitte Januar 1989
Die Hamburger Staatsanwaltschaft durchsucht die "Boutique de Sade" und beschlagnahmt Waren im Wert von 130 000 DM (ca. EUR 65.000).
(Schlagzeilen 2/1989, S. 8)

9. März 1989
Robert Mapplethorpe stirbt im Alter von 42 Jahren an Aids.
(Encyclopaedia Britannica)

28. Mai 1989
Die von Anthony DeBlase entworfene Fahne Leather Pride Flag taucht beim Mr. Leather-Wettbewerb in Chicago erstmals öffentlich als Zeichen für den Sadomasochismus auf. Unter schwulen Sadomasochisten wird sie schnell zum Erkennungssymbol, im heterosexuellen Bereich wird sie jedoch kaum angenommen.
(Bean, Joseph "The History of the Leather Pride Flag", September 1997, International Mr. Leather Homepage)
(FEHLT)

Juni 1989
Der schwule Lederclub Hamburg (LCH) entsteht mit acht Gründungsmitgliedern. Drei Monate später beginnt er das Info-Heft "Aktiv" herauszugeben, das seitdem regelmäßig in zweimonatlichem Rhythmus erscheint.
1998 hat der LCH 36 Mitglieder.
(QUELLE FOLGT)

14. Juli 1989
Die BPjS indiziert John Willies "Sweet Gwendoline".
In der Begründung heißt es: "U.E. wirkt das Comicbuch (...) sozial- und sexualethisch desorientierend auf Jugendliche (...) weil die Einleitung zu dem Buch die sadomasochistischen Darstellungen verharmlost, indem sie sie einer lediglich kunstkritischen Würdigung unterzieht und nicht auf die Devianz solcher Darstellungen und Praktiken eingeht. Bei Kindern und Jugendlichen könnte der Eindruck von selbstverständlicher Normalität entstehen (...)."
(SS95, S. 194)
(S/M-Depesche Oktober 1992)

August 1989
Das S/M-Sündikat Hamburg veranstaltet seine erste Großfete in der Hamburger "Galerie Abriss", wo gleichzeitig eine Ausstellung von SM-Fotos der Fotografin Krista Beinstein eröffnet wird.
Nach Angaben der Gruppe und der Presse erscheinen etwa 700 Personen. Es wird kein Eintritt genommen, und die öffentlichen Einladungen locken eine Vielzahl von Spannern und Pressevertretern sowie etwa 30 Mitglieder der linken Hausbesetzer-Szene der Hafenstraße an. Einige Tage nach der Eröffnung werfen zehn Männer und Frauen aus den von Linksautonomen besetzten Häusern in der Hafenstraße nachts die Fenster der "Galerie Abriss" ein und zerschlagen die SM-Fotos von Krista Beinstein auf dem Gehweg.
(Schlagzeilen Heft 4, September 1989, S. 30)
(taz hamburg, 21.8.1989, S. 17)

26. Oktober 1989
Die SM-Aktivistin Cynthia Ann Slater stirbt im Alter von 44 Jahren in den USA an AIDS.
(QUELLE FEHLT)

Ende 1989
In München entsteht die "S/M-Gruppe München".
1992 hat die Gruppe 20-25 Mitglieder.
(S/M-Depesche August 1992)

1989
In den USA gibt es schätzungsweise 200 SM-Gruppen.
(Bal93, S. 49)

1989
Die ersten regelmäßigen öffentlichen heterosexuellen SM-Feten finden monatlich in Berlin in der Domina Bar (früher Domino-Bar) statt.
(Persönliche Mitteilung Matthias T.J. Grimme, Redaktion Schlagzeilen, März 2000)

1989
RTLplus-Direktor Thoma und der damalige BPjS-Chef Rudolf Stefen einigen sich darauf, dass indizierte Filme nur noch geschnitten gesendet werden sollen.
(SS95, S. 38)

1989
Das Berliner Stadtmagazin "zitty", das bereits seit einiger Zeit eindeutige SM-Kontaktanzeigen abdruckt, anstatt sie zurückzuschicken, führt die Rubrik "Harte Welle" für sie ein. Die Konkurrenzzeitschrift "tip" weigert sich dagegen noch einige Jahre, solche Anzeigen zu drucken.
Heute ist die Harte Welle vermutlich die größte SM-Kontaktanzeigenrubrik in einem Mainstream-Magazin in Deutschland. Die Kleinanzeigenredaktion des "tip" lehnt es noch im März 2000 ab, eine Anzeige des gemeinnützigen Vereins BDSM Berlin e.V. zu veröffentlichen, weil sie die Worte "Schmerz" und "Unterwerfung" enthält.
(Kur97, S 295f.)
(Persönliche Mitteilung Kornelia Schwarz, TIP Verlag GmbH, März 2000)

1989
Die erste Ausgabe des Fetischmagazins "O" erscheint in der Nachfolge der deutschen "Skin Two"-Ausgabe. Herausgeber ist wieder Peter W. Czernich. "O" wird gleichzeitig international als englischsprachige Ausgabe vertrieben. Die Auflage des ersten Hefts (Preis DM 30,- / EUR 15,-) beträgt 12.000 Stück, des zweiten 15.000.
Eine Leserumfrage aus Heft 1 ergibt, dass - je nach Altersgruppe - zwischen 0 und 6,8% der Leser weiblich sind. Die Gesamtzahl der eingegangenen Fragebögen wird nicht angegeben.
("O" 1/1989, S. 3)
("O" 2, Jahr fehlt, S. 3)

1989
Im schwulen International Mr. Leather Contest in Chicago belegen Guy Baldwin, Mitch Davis und Bill Murray (alle USA) die ersten drei Plätze.
(www.imrl.com)

Ende der 80er Jahre
Auf dem Index der Bundesprüfstelle stehen etwa 70 SM- und Fetisch-Publikationen.
Seitdem sind derartige Veröffentlichungen - zumindest in Papierform - von der BPjS praktisch nicht mehr indiziert worden; die Bundesprüfstelle konzentriert sich ab Mitte der 90er Jahre fast ausschließlich auf Internetpublikationen und rechtsradikale Texte. Die bis dahin indizierten Titel bleiben jedoch (Stand 2002) weiterhin auf dem Index. Vereinzelt werden sie neu aufgelegt, wobei die Verleger entweder als "Feigenblatt" einen kurzen wissenschaftlichen Aufsatz einfügen, um eine Indizierung wegen Inhaltsgleichheit zu vermeiden und/oder das Werk als wissenschaftliche Veröffentlichung zu kennzeichnen, oder aber die Indizierung wird schlichtweg ignoriert (ein Risiko, das sich nur große Verlage leisten können).
(BPjS93)

1989 - Veröffentlichungen ohne eigenen Eintrag
Siehe 1989


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